Frau Wagenknecht, eine Gallionsfigur der Linken, geht nun eigene Wege. Eigene elitäre, volksabgewandte Wege, möchte man ergänzen, und bekommt Bestätigung dafür in der von ihr praktizierten Personenauswahl. Beispiel Thüringen; hier wird zuerst eine Landesliste aus treuergebenen Gefolgsleuten auf den aussichtsreichen Listenplätzen aufgestellt, bevor man die Partei für Aufnahmen weiterer Mitglieder öffnet.

Überhaupt zeigt Frau Wagenknecht die typische Hybris, welche den übermäßig von sich selbst überzeugten Führern der Vergangenheit und Gegenwart einhergeht. Wie sonst kann man einen derartigen Personenkult um sich selbst betreiben, dass man der neugegründeten Partei den eigenen Namen gibt?

Hinter der grundsätzlich klug wie auch polemisch argumentierenden Sahra Wagenknecht, deren stets gezeigte weibliche Attraktivität in einer überwiegend von Männern dominierten politischen Welt zudem gewinnend wirkt, stehen jedoch ein und dieselben Alt-Kommunisten, welche sich aus SED Zeiten über diverse Umbenennungen bis zur Linkspartei hinübertransformierten. Den dunkelroten Mief und ihre ungute links-ideologische Agenda bekommen sie aber auch nicht los, indem sie nun Alt-Genossen Ramelow seinem politisch freien Fall mit absehbar hartem Aufschlag allein überlassen.

Erwähnt man Hybris und Führerkult, dann kommt man an Herrn Höcke nicht vorbei. Mit dem Rauswurf und dem Verdrängen der Professoren, der Beamten und der gesamten reformwilligen, anständigen Bürgerschaft, ist der AfD heute vorrangig eine sehr national-sozialistisch geprägte Flügeltruppe um den hessischen Geschichtslehrer Höcke als erkennbar durchsetzungsstärkste Kraft verblieben.

Und wohin bewegt sich der von Höcke geführte AfD Tross? Wohin führt der hessische Geschichtslehrer und glühende Bismarckverehrer sein ihn anbetendes Gefolge? Es erinnert sehr an eine fantastische Geschichte aus Hameln, in der ein stets schlecht bezahlter Rattenfänger aus Frust über nicht empfangenen Lohn eine von seiner Melodie hypnotisierte Kinderschar aus den sicheren Toren der Stadt hinausführt und mit diesen verschwindet.

Würde Björn Höcke die mehrfach ausgerufenen 50% plus jemals erreichen, wäre dann nicht anzunehmen, dass auch er mit seiner verführerischen Melodie die ihm blind Ergebenen aus der umfriedeten Sicherheit (EU, NATO, OSZE, VN …) in eine nicht mehr friedvolle Unsicherheit (allein agierender Nationalstaat) leitet? Frei nach der Parole „Heute Thüringen, morgen Deutschland und übermorgen die ganze Welt“. Schon Bismarck schmiedete mit eiserner Faust den Nationalstaat, das deutsche Reich. Und erst dieser Zusammenschluss deutscher Kleinstaaten wurde zur Geburtsstätte großdeutscher Expansions- und Machtgelüste, welche Deutschland bald darauf und binnen weniger Jahre gleich zweimal in den Untergang führten.

Warum dann nicht auf bewährtes Wertkonservatives setzen? Trotz ihres jahrelangen politischen Linksdralls behauptet die CDU noch immer bürgerlich-konservativ zu sein. Aber ihre nicht erfüllte Oppositionsrolle im Thüringer Landtag, wo Mohring wie Voigt sich und ihre Fraktion gleichermaßen als Ramelows Steigbügelhalter erniedrigten, hat nun einmal zu keiner neuen Glaubwürdigkeit bei den Christdemokraten geführt. On top kommen dann noch ernstgemeinte Koalitionsvorschläge aus dem CDU Landesvorstand, welche eine gemeinsame Regierung mit der dunkelroten, vetternwirtschaftenden Ramelow-Truppe avisieren. Damit ist die CDU in Thüringen unwählbar.

Ist aber dann Maaßen der konservative Hoffnungsträger, welcher gemeinsam mit dem hochopportunistischen Weiler und anderen dubiosen Akteuren der neugegründeten Partei WerteUnion unseren Freistaat zurück auf guten Kurs führen wird? Nun, das war einmal meine Hoffnung. Aber mit Blick auf manchen Kandidaten der WerteUnions Landesliste für Thüringen, verliert man nicht nur jeden Glauben an das Gute, sondern findet dort ausgemachte Scharlatane der ganz üblen Sorte wieder. Das, was Maaßen den Thüringer Wählern hierbei anbietet, ist weder ansatzweise vertrauenswürdig noch überzeugend kompetent. Und gleichermaßen zu Wagenknecht und BSW haben auch Maaßen und die WerteUnion zuerst die Alt-Funktionäre auf Posten und aussichtsreiche Kandidatenlistenplätze gesetzt, bevor man sich der Bevölkerung öffnete, von der man lediglich Unterstützung im Wahlkampf erwartet. Zudem gibt Maaßen unverhohlen an, auch mit den Grünen koalieren zu wollen, wenn er dadurch an die Regierungsmacht kommt.

Wenn nun Ramelow gleich Gollum (aus Tolkiens „Herr der Ringe“) am 1. September unfreiwillig den Meisterring des Ministerpräsidenten abgenommen bekommt, wer wird ihn erhalten?

Wird es die finstere Elbe Wagenknecht, welche Thüringen dann in ihr fürchterliches Dunkelrot hüllt?

Wird es der diktatorisch straff über zahlreiche Trolle regierende Höcke, dessen böses Auge seit langer Zeit aus Mordor beobachtet, während von Wahl zu Wahl seine Macht weiter wächst; welcher den Freistaat sodann mit eiserner Hand von allem Nichtblauen säubern wird?

Oder wird es der geheimnisvolle (geheimdienstvolle) Erzzauberer „Maaßen der Schwarze“, welcher die Macht an sich reißen und gestützt auf eine Nazgul-Entourage gescheiterter Ex-CDU’ler seine Schreckensherrschaft ausbreitet? Was heute bleibt ist die Hoffnung. Eine Hoffnung auf Erkenntnis beim Wähler und darauf, dass unser Thüringen am 1. September ein Votum für eine gute Zukunft bekommt. Ein Votum für Zusammenhalt und für ein Bündnis aller progressiven, bürgerlich vernünftigen Kräfte. Ein Bündnis für Thüringen – das BÜNDNIS DEUTSCHLAND.