Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitstreiter,

ich möchte Sie/ Euch darüber informieren, dass ich nicht mehr als Direktkandidat für das Thüringer Landesparlament antrete. Dabei liegt meinerseits weder mangelnde Motivation noch fehlende fachliche Eignung als Ursache zugrunde. Es gibt auch keine Ausflüchte, weshalb ich eingestehe, dass wir als junge Partei erst am Anfang stehen und noch einen längeren Lernprozess zu durchlaufen haben. In meinem Fall wurde eine eigentlich simple Formalie nicht beachtet, indem mein eigener Wahlvorschlag nicht fristgerecht beim Kreiswahlleiter eingereicht wurde. Das ist sträflich dumm und etlichen Ursachen geschuldet. Der Vorschlag wird normalerweise durch benannte Vertrauenspersonen an den Landesvorstand der Partei gegeben, dort bestätigt und dann von eben jener Vertrauensperson dem Kreiswahlleiter übergeben. Hier ist im Prozess einiges schief gelaufen und Termine wurden nicht gehalten. In der Folge wurde für meinen Wahlvorschlag der Stichtag zur Abgabe versäumt. Selbst ging ich fest davon aus, dass meine Wahlunterlagen seit Wochen vollständig und richtig beim Kreiswahlleiter vorliegen.

Doch ist mir nun auch wichtig, dass seitens meiner vielen Unterstützer nun keine Gedanken aufkommen, man hätte mich gezielt mit einer Intrige um die Kandidatur gebracht. Es ist richtig, dass auch innerparteilich etliche Konkurrenzsituationen bestehen. Insbesondere wenn es um wichtige Kandidaturen geht, gilt es nicht nur dem politischen Mitbewerber die Stirn zu bieten, sondern zuerst im eigenen politischen Lager die volle Unterstützung zu erringen. Hier bin ich all den Parteifreunden sehr dankbar, welche mir ganz überwiegend und sehr deutlich den Rücken stärkten, mich großartig unterstützten. Auch ist es die gute Art eines aufrechten AfD Parteimitgliedes bei Gegenwind und rauer See nicht einzuknicken, dafür immer den notwendigen Optimismus zu bewahren. Denn wenn nicht wir unser Volk wachrütteln und unser Land zum Besseren ändern, dann macht es in der gegenwärtigen schwarz-rot-grünen Parteienlandschaft keiner. Diesem Motto getreu, werde ich mich nun mit noch mehr Vehemenz unserer kommunalen Verantwortung zuwenden.

Das der Weg auch kommunal lang und steinig ist, erfahren meine Fraktionsmitglieder und ich beständig. Mit einem sehr starken Wählervotum im Rücken, sind wir klar zweitstärkste Fraktion im Kreistag. Trotzdem fand sich eine überwältigende bunte Mehrheit aus allen anderen Parteien und Gruppierungen, welche uns bei verschiedenen exponierten Funktionen (ehrenamtlicher Beigeordneter, Ausschussvorsitz) verhinderte. Auch das geschah in Übereinstimmung mit der Thüringer Kommunalordnung und der geltenden Geschäftsordnung des Kreistages, ist eben dem anwendbaren demokratischen Abstimmungsprinzip geschuldet. Trotzdem widerspiegelt es keinesfalls den Willen unserer Wähler und zeigt nur, wie sich die Parteien von der CDU bis zur Linken völlig verbiegen (verbrüdern), wenn es darum geht die AfD als frische politische Kraft zu verhindern. Im Kreistag habe ich bislang erlebt, wie der Wissens- und Erfahrungsvorsprung der anderen Fraktionen uns besonders fordert. Als AfD Fraktion haben wir kaum politische Erfahrungsträger in unseren Reihen, welche uns Neulinge in die vielfältigen Sachthemen einführen. Doch haben wir im ersten Schritt geschafft, dass einige Altparteikader, welche sich bis zum Sankt Nimmerleinstag im Kreistag eingerichtet fühlten, diesen räumen mussten. Nun sind wir von der Verkäuferin bis zum Malermeister dort präsent und werden weiter unsere Hausaufgaben machen und Lernen. Mit jedem Monat werden wir stärker und immer besser befähigt die Interessen unserer Wähler durchsetzen. Persönlich sehe ich positiv, dass ich nun weiterhin mit ungeteilter Konzentration unsere hochmotivierte Kreistagsfraktion führen darf. Gemäß unserer Fraktionssatzung hätte ich mit Übernahme des Landtagsmandates den Fraktionsvorsitz abgegeben. In dieser Hinsicht sind meine Fraktionsmitglieder sicher nicht undankbar, denn aufgrund meiner Lebens- und Berufsexpertise kann ich sie doch vielfältig beraten und zur jeweiligen Ausschussarbeit anleiten.

Bei den nun im Wahlkreis 44 antretenden Direktkandidaten werden bestimmt einige Sektkorken knallen, da ich sicher auch am 27. Oktober 2019 das Vertrauen sehr vieler Menschen unserer Heimat erhalten hätte. Auch werden die Karten neu gemischt, was in den kommenden Wochen noch unterhaltsam zu werden verspricht. Und aus gutem Grunde werde ich keine Empfehlung für einen der Direktkandidaten abgeben. Doch ist die Situation auch sinnbildlich für gesamt Thüringen und ganz Deutschland. Überall spüren und wissen wir, dass immense Fehlstellungen in Politik, Wirtschaft und sozialem Gefüge bestehen. Diese werden aus machtpolitischen und wahltaktischen Gründen von den regierenden Systemparteien nicht beseitigt, zum Schaden unseres Volkes und unseres Landes. Deshalb stehen immer mehr Menschen auf, bringen sich ein und übernehmen Verantwortung. Dabei bleiben Reibungsverluste nicht aus und es werden immer wieder Fehler unterlaufen. Doch die Quintessenz ist, dass Fehler nur dort passieren können, wo man arbeitet und sich einbringt. Auch deshalb werde ich aus dem Geschehen nur lernen und Stärke sammeln, aber nicht hinwerfen.

Ein Wort auch an alle Mitbürger, welche mir bereits bei den Kommunalwahlen ihre Stimme gaben. Wir alle sollten nun nicht enttäuscht sein, sondern vielmehr stolz darauf, was wir in den zurückliegenden Monaten erreicht haben. Mit ihrem Votum haben Sie mir persönlich ein unglaubliches Ergebnis bei den Kommunalwahlen ermöglicht. In Gesamtthüringen gab es nur zwei AfD Kandidaten, welche bei den Kommunalwahlen in ihrem jeweiligen Landkreis ganz vorn lagen. Einer davon heißt Uwe Rückert und das konnte auch mit der CDU Scheinkandidatur von Landrat Melzer nicht verhindert werden. Auch haben Sie gemerkt, dass Ihre Stimme für mich eine Stimme für die AfD und deren grundrichtiger Programmatik ist. Aber es war und ist vor allem eine Stimme für Uwe Rückert – unverfälscht, geradeaus und ehrlich. Deshalb bestätige ich gern nochmals, dass Sie mit mir keine Kopie von Jörg Meuthen, Alexander Gauland oder Björn Höcke gewählt haben, sondern einen selbständig denkenden und frei handelnden Menschen, der mit unserer Heimat verwurzelt ist und dem unsere Menschen am Herzen liegen. In diesem Sinne werde ich die kommenden Wochen trotzdem einige Termine im Landkreis wahrnehmen und sehr gern mit Ihnen allen ins Gespräch kommen. Auch bin ich immer für Sie, unsere Bürger, erreichbar und nehme mich zusammen mit meinen engagierten Fraktionskollegen Ihrer Belange an.

Arbeiten wir deshalb weiter von Thüringen, Sachsen, Brandenburg und allen Regionen, wo Menschen noch klar denken und handeln, für ein besseres Deutschland. Ein Deutschland in dem wir wirklich wieder unbeschwert und sicher leben können. Lassen wir uns am Vorabend entscheidender Wahlen nicht wieder von leeren und oft wiederholten, aber nie realisierten Versprechungen der Altparteien verschaukeln. Schon viele Menschen sind aufgewacht, mehr werden aufwachen und wir werden nicht wieder einschlafen.

In den kommenden Wochen werden wir wieder mit schwarz-rot-grün-bunten Wahlplakaten und Wahlwerbung eingedeckt. Es wird wieder viel versprochen werden und erklärt, was man so alles erreicht hat. Doch wir sehen die Wahrheit – vieler Orts No-Go Zonen und keine garantierte Sicherheit mehr im Land, unkontrollierter und die Versorgungssicherheit gefährdender Klimaaktionismus wissenschaftlicher Laien, eine katastrophale Finanzpolitik mit EZB gesteuerter Euro-Vernichtung, vielfach EU bürokratisch überbordende Vorschriften zum Schaden unserer heimischen Wirtschaft etc.

Doch ist es eben auch nicht richtig, meine Mitstreiter und mich als Dauernörgler zu stigmatisieren. Denn durchaus sehen und respektieren wir auch die vorhanden Erfolge und Fortschritte guter Politik. Dort wollen und werden wir uns sachlich einbringen, sind jederzeit bereit mit anderen politischen Parteien zum Wohle unserer Bürger und Menschen zusammen zu arbeiten. Das schließt selbstverständlich innovativ wissenschaftliche Entwicklung alternativer Energieerzeugung ein, die Verbesserung sozialer Rahmenbedingungen (Grundrente, Kita Gebühren, Gesundheitsvorsorge, Steuerbelastung …), oder auch die Stabilisierung von Währung und Wirtschaft auf vernünftigem Weg. Im kommunalen Bereich arbeiten wir entsprechend im vorgegebenen Verantwortungsbereich.

Lassen Sie uns gemeinsam weitermachen. Geben Sie uns weiterhin Ihr Vertrauen und lassen wir uns von Rückschlägen nicht entmutigen, sondern getreu dem Motto „Jetzt erst recht!“ den Blick nach vorn gerichtet halten. Ich freue mich darauf zusammen mit unserer starken Kreistagsfraktion weiter für Sie arbeiten zu dürfen.

Ihr Uwe Rückert

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